Coaching Supervision – Supervision des blinden Flecks

Für Vorstellung von Expertenberatung, welche mit dem Unterschied von Wissen und Nichtwissen operiert, braucht es keine weitere Reflexion. Entweder ist das, was die Beratungsperson sagt, richtig, oder es ist falsch. Die Steuerung des Beratungsprozesses, wie Interventionen gefunden und eingesetzt werden, hat keine Bedeutung. Wenn der Kunde das angebotene Wissen nicht umsetzt, ist das sein Problem.

Mit der Bestimmung von Coaching als Prozessberatung wird ein Dilemma wahrnehmbar: Die coachende Person beobachtet den Unterschied von Erfolg und Misserfolg ihrer Klienten. Die Coachees erleben den Erfolg von Coaching in der Reflexion ihres eigenen Handlungserfolges, wie und wann Coaching dazu beigetragen hat. Allerdings ist jede Coachingintervention eine Auswahl von Unterscheidungen aus anderen möglichen Unterscheidungen. Und diese Auswahl der coachenden Person ist subjektiv. In der Interaktion von Coach und Coachee, kann die coachende Person den Erfolg von Coaching nicht selbst beobachten. Und genau darin hat Coaching (wie jedes helfende Handeln) eine Steuerungslücke, einen systematischen blinden Fleck: Vieles ist unbewusst und kann nicht verbalisiert werden. Wir haben vielleicht ein Gefühl, können das aber nicht zuordnen. Für anderes fehlen uns die theoretischen und sprachlichen Mittel zur Thematisierung und Bearbeitung. Unsere eignen Grenzen beschränken die Wahrnehmung und damit die Möglichkeit, Unterscheidungen anzubieten, die Klienten selbst nicht treffen können.

Die blinden Flecke der coachenden Person für deren Klienten nutzbar zu machen, darum geht es in der Supervision.

Supervision in Aktion. Systemtheoretische und psychodynamische Konzepte in der Praxis. Masterclass für Supervisor/innen, Coaches und Berater/innen mit Michael Loebbert vom 23. bis 25. November 2017.


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